Esenserin will in den Landtag einziehen

Bild: Roswita Mandel

SPD-Bezirk Weser-Ems nominiert Karin Emken für die Wahl am 9. Oktober. Auch die Konferenz der Wahlkreisdelegierten des SPD-Bezirk Weser-Ems – Landtagswahlkreis 87 – war überschattet vom Ukraine-Krieg. Und so bat die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller zu Beginn der Sitzung um eine Schweigeminute. Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 7.3.22

Danach war es nicht mehr still im Saal des Nenndorfer Hofes in Holtriem. Stellten sich doch die beiden Kandidaten für die Landtagswahl am 9. Oktober vor. Ins Rennen gingen Olaf Wagner aus Blersum und Karin Emken aus Esens. Am Ende konnte die 56-Jährige 32 der 40 Delegiertenstimmen für sich verzeichnen. „Mein Ziel ist es, den Wahlkreis 87 direkt zu gewinnen“, sagte die Esenserin nach ihrer Wahl. Politisch aktiv ist sie seit mehr als 15 Jahren. Sie ist auch Mitglied des Kreistages und Bürgermeisterin in Esens. „Meine Themenschwerpunkte sind der ländliche Raum, die ärztliche Versorgung und der Tourismus“, unterstrich Emken bei ihrer Vorstellung. Damit unterschied sie sich inhaltlich nicht großartig von Olaf Wagner, der am Ende acht Stimmen erhielt.

In den vergangenen Wochen hatten sich die beiden Kandidaten gemeinsam in allen Ortsvereinen vorgestellt. „das war eine sehr tolle Erfahrung“, so der Wittmunder der Karin Emken als erstes gratulierte. „Ich verstehe meine Aufgabe in der Landeshauptstadt als Teamarbeit“ betonte die 56-Jährige.

Am Ende gibt es nur einen Gewinner!
32 Delegierte stimmen für Karin Emden-56-Jährige möchte sich in Hannover starkmachen

„Es fällt wirklich schwer, gerade in dieser Zeit in einen Wahlkampf zu starten“, betonte Olaf Wagner, als er sich am Sonnabend im Holtriemer Hof in Nenndorf den 40 Delegierten des Wahlkreises 87 als Kandidat für die Landtagswahl am 9. Oktober vorstellte. Trotzdem fand der 52-Jährige, die richtigen Worte. Am Ende aber konnte er die SPD-Mitglieder nicht überzeugen – Karin Emken aus Esens wurde mit 32 von 40 Stimmen als Kandidatin für die Landtagswahl bestimmt.

SPD auf Neuanfang

Mit dieser Wahl wird die SPD noch einmal neu durchstarten – nach dem Debakel die die Partei mit ihrem Kandidaten vor fünf Jahren erleben musste. Jochen Beekhuis war damals für den Wahlkreis angetreten und hatte ihn auch direkt gewonnen. Er wurde aber 2019 auf Beschluss der Bezirksschiedskommission der SPD Weser-Ems aus der Partei ausgeschlossen, nachdem man ihm Intrigen via Internet vorgeworfen hatte.

Davon aber war am Sonnabend nicht mehr die Rede. Emken und Wagner zeigten sich harmonisch und stellten sich sachlich vor. „Ihr seid beide ein Gewinn, gleich wer heute siegen wird“, betonte die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller zur Begrüßung der Delegierten. Landrat Holger Heymann hob hervor, wie wichtig es für die Kommune ist, ein Bindeglied in der Landespolitik zu haben. „Ich habe versucht, diese Lücke aufzufangen, aber als Landrat bin ich in Hannover einfach nicht nah genug dran“, sagte Heymann.

Ländlicher Raum

Beide Kandidaten setzten auf ähnliche Themenschwerpunkte. Und so wird der Tourismus und dessen wirtschaftliche Bedeutung nun bei Emken in der Landeshauptstadt eine große Rolle spielen. Die 56-Jährige möchte sich auch für die Tourismusförderung einsetzen. Als Daueraufgabe nannte Emken zudem den Küstenschutz, aber auch die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum, den sie insgesamt ganz oben auf ihre Liste gesetzt hat. „Ich möchte Türen für euch in Hannover öffnen“, versprach die 56-Jährige nach ihrer Wahl.